Die Brüderbewegung und die "Judenfrage" im Dritten Reich

Bücher und Medien zur Brüderbewegung

Die Brüderbewegung und die "Judenfrage" im Dritten Reich

Beitragvon schneid9 am Di 26. Apr 2011, 20:55

Soeben ist erschienen:

Andreas Liese: "Die Juden – ein 'Fluch' für die Völker? Die Brüderbewegung und die 'Judenfrage' im 'Dritten Reich'". In: Freikirchen und Juden im "Dritten Reich". Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld. Hrsg. von Daniel Heinz. Kirche – Konfession – Religion 54. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2011. S. 77–102.
http://www.v-r.de/de/Heinz-Freikirchen- ... 389971690/
Michael Schneider
schneid9
 
Beiträge: 302
Registriert: Do 3. Jul 2008, 16:10
Wohnort: Gießen

Re: Die Brüderbewegung und die "Judenfrage" im Dritten Reich

Beitragvon TJS am Di 26. Apr 2011, 23:01

Vielen Dank für diesen Hinweis, Michael!
Das Inhaltsverzeichnis lässt neben hilfreicher Aufklärung auch auf Brisanz schließen.

Passend zum Thema erhielt ich gestern den Hinweis, dass Fritz von Kietzell mutmaßlich von den Nazis ermordet wurde, weil er "an höchster Stelle die Judenmorde verurteilte". Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, in den einschlägigen Dokumentationen (Kretzer, Menk, Liese, Haldenwang, Jordan) je etwas darüber gelesen zu haben. Kannst Du näheres mitteilen, eventuell Quellen nennen?

Apropos: Lohnt es, sich "'Brüder' unter dem Hakenkreuz. Das Verbot der 'Christlichen Versammlungen' 1937" (Menk, 1980) zu besorgen, wenn man "Die Brüderbewegung im Dritten Reich" (Menk, 1986) besitzt?

Wertvoll und informativ sollen auch die "Erinnerungen eines Nichtbündlers" von W. Stücher sein, der - wie mir ebenfalls gestern mitgeteilt wurde - während des Verbots öffentlich ein Schild mit der Aufschrift: "Ich habe Juden versteckt" in Eiserfeld tragen musste, weil er die Familie Kogut Sen aufgenommen hatte.
Diese "Erinnerungen" möchte ich gern lesen; wer kann mir eine Kopie davon besorgen? Mich interessieren vor allem die Reaktionen des religiösen Umfelds sowie die Umstände von Stüchers späterer Exkommunikation.

Vorab herzlichen Dank für alle Mühe und herzliche Grüße!
Thomas
Die Summe DEINES Wortes ist Wahrheit,
und jedes Recht DEINER Gerechtigkeit bleibt ewig.

Psalm 119:160
TJS
 
Beiträge: 198
Registriert: Mi 27. Aug 2008, 16:13
Wohnort: Siehe Link oben, sofern dich Daten über mich interessieren.

Re: Die Brüderbewegung und die "Judenfrage" im Dritten Reich

Beitragvon schneid9 am Do 28. Apr 2011, 17:05

TJS hat geschrieben:Passend zum Thema erhielt ich gestern den Hinweis, dass Fritz von Kietzell mutmaßlich von den Nazis ermordet wurde, weil er "an höchster Stelle die Judenmorde verurteilte". Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, in den einschlägigen Dokumentationen (Kretzer, Menk, Liese, Haldenwang, Jordan) je etwas darüber gelesen zu haben. Kannst Du näheres mitteilen, eventuell Quellen nennen?

Laut Jordy, Die Brüderbewegung in Deutschland, Band 3, S. 278 starb Kietzell am 26. Juni 1942 "an einer zu spät diagnostizierten Thrombose". Jordys Darstellung basiert "auf Erinnerungen an Fritz von Kietzell und seine Familie (ms) von Hermann Vorsatz, Hamm, früher Berlin, eines Mitarbeiters [sic] an der Tenne nach 1930, und auf Informationen Egbert von Kietzells, Kassel, eines Sohnes Fritz von Kietzells" (S. 438). Man sollte annehmen, dass diese Gewährspersonen etwas von einer Ermordung gewusst hätten. Vermutlich ist das eher eine fromme Legende ...

TJS hat geschrieben:Apropos: Lohnt es, sich "'Brüder' unter dem Hakenkreuz. Das Verbot der 'Christlichen Versammlungen' 1937" (Menk, 1980) zu besorgen, wenn man "Die Brüderbewegung im Dritten Reich" (Menk, 1986) besitzt?

Ich habe die Arbeit von 1980 bisher nicht gelesen, aber sie ist wohl nur eine Vorversion des Buches von 1986. Wenn ich mich richtig erinnere, soll sie einige zweifelhafte Behauptungen enthalten, die in der Buchfassung weggelassen wurden, z.B. dass bei Eschenburg-Eiershausen (Dillkreis) ein KZ für "Nichtbündler" gebaut werden sollte ...

TJS hat geschrieben:Wertvoll und informativ sollen auch die "Erinnerungen eines Nichtbündlers" von W. Stücher sein, der - wie mir ebenfalls gestern mitgeteilt wurde - während des Verbots öffentlich ein Schild mit der Aufschrift: "Ich habe Juden versteckt" in Eiserfeld tragen musste, weil er die Familie Kogut Sen aufgenommen hatte. Diese "Erinnerungen" möchte ich gern lesen; wer kann mir eine Kopie davon besorgen? Mich interessieren vor allem die Reaktionen des religiösen Umfelds sowie die Umstände von Stüchers späterer Exkommunikation.

Dazu schreibe ich dir eine private Mail.

Herzliche Grüße
Michael Schneider
schneid9
 
Beiträge: 302
Registriert: Do 3. Jul 2008, 16:10
Wohnort: Gießen


Zurück zu Literatur

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron