Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Bibelverständnis der Brüderbewegung in Theorie und Praxis

Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon teddy am Do 28. Jun 2012, 19:18

Als erste Antwort:

Zitat von J.G. Fijnvandraat:
"Zum Schluss möchte ich noch einen abgeleiteten Beweis für die Lehre von der ewigen Errettung geben:

Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und verloren geht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel kommen wird. Niemand könnte wissen, ob er wirklich errettet ist. Die Bibel zeigt jedoch drei wichtige Dinge auf, die wir mit Bestimmtheit wissen können. Wir können im Blick auf das Sterben und die Auferstehung des Herrn Jesus mit Hiob sagen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19,25). Im Blick auf unser Erdenleben, in dem uns so viele Dinge begegnen, können wir sagen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind“ (Röm 8,28). Im Blick auf die Zukunft können wir mit Paulus sagen: „Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Haus, die Hütte, zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, ein ewiges, in den Himmeln“ (2Kor 5,1).

Diese Sprache des Glaubens kann eigentlich keiner führen, der die Lehre von einem möglichen Abfallen von wahren Gläubigen vertritt. Und schon dadurch ist diese Lehre verurteilt."

Quelle
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon schween am Fr 29. Jun 2012, 11:00

teddy hat geschrieben:Zitat von J.G. Fijnvandraat

Da möcht ich doch gleich etwas dazu sagen: Diese kurze Passage ist voller logischer Fehlschlüsse.
Deshalb ist es überaus wichtig, dass wir uns daran halten, was die Schrift in ihrer Gesamtheit sagt und nicht menschlich-logische Schlussfolgerungen aus einigen ausgewählten Stellen ableiten.

"Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und verloren geht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel kommen wird."

Stimmt nicht. Ich weiß, dass mein Heil in dem Opfer Jesu Christi besteht. Wenn ich mich darauf verlasse, kann ich 100%ig sicher sein, dass ich gerettet werden, denn Gott, der treu ist, hat es so verheißen (Joh 1,12 u.a.). Das heißt aber auch, dass, wenn ich aufhöre, mich darauf zu verlassen, und damit auf anderen Wegen versuche zum Heil zu gelangen, ich nicht mehr den Heilsweg beschreite und somit auch das Ziel verfehle.
Immerhin sind wir auch auf Hoffnung hin errettet (Röm 8,24). Die wahre Heilsgewissheit begründet sich allerdings auf die Verlässlichkeit der Treue Gottes zu Seinen Verheißungen und nicht auf eine unbiblische "Unmöglichkeit des Abfalls"-Lehre.

Viele Dogmen bezüglich Auserwählung und Abfall missachten, dass das Heil an die Person Jesu Christi gebunden ist und nicht an den einzelnen Menschen persönlich.
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon teddy am Fr 29. Jun 2012, 18:58

schween hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:Zitat von J.G. Fijnvandraat

Da möcht ich doch gleich etwas dazu sagen: Diese kurze Passage ist voller logischer Fehlschlüsse.
Deshalb ist es überaus wichtig, dass wir uns daran halten, was die Schrift in ihrer Gesamtheit sagt und nicht menschlich-logische Schlussfolgerungen aus einigen ausgewählten Stellen ableiten..

Ich kann keine logischen Fehlschlüsse entdecken. Nicht, dass sie die ganze Bibel hier zitieren! Na, nur sie wissen anscheinend, was die Bibel aussagt.
Für sie scheint menschlich-logisch und geistlich auch ein Gegensatz zu sein. Aber für einen Christen ist die Bibel menschlich-logisch.

schween hat geschrieben:
"Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und verloren geht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel kommen wird."

Stimmt nicht. Ich weiß, dass mein Heil in dem Opfer Jesu Christi besteht. Wenn ich mich darauf verlasse, kann ich 100%ig sicher sein, dass ich gerettet werden, denn Gott, der treu ist, hat es so verheißen (Joh 1,12 u.a.). Das heißt aber auch, dass, wenn ich aufhöre, mich darauf zu verlassen, und damit auf anderen Wegen versuche zum Heil zu gelangen, ich nicht mehr den Heilsweg beschreite und somit auch das Ziel verfehle.
Immerhin sind wir auch auf Hoffnung hin errettet (Röm 8,24). Die wahre Heilsgewissheit begründet sich allerdings auf die Verlässlichkeit der Treue Gottes zu Seinen Verheißungen und nicht auf eine unbiblische "Unmöglichkeit des Abfalls"-Lehre.

Viele Dogmen bezüglich Auserwählung und Abfall missachten, dass das Heil an die Person Jesu Christi gebunden ist und nicht an den einzelnen Menschen persönlich.


Sie können doch nach ihrer Auslegung gar nicht sicher sein, dass sie nicht vom Glauben abfallen. Es gibt also Gläubige, nach ihrer Ansicht, die 100%ig sicher sein können, dass sie errettet sind, aber später werden sie unter Umständen abfallen und verloren gehen. Dann war die Sicherheit eine zeitweiliger Trugschluss!
Das Heil bezieht sich persönlich auf die einzelnen Menschen, die das Werk des Herrn angenommen haben!
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon Liebe2Liesel am Fr 29. Jun 2012, 21:39

Fijnvandraat:
Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und verloren geht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel kommen wird.
Niemand könnte wissen, ob er wirklich errettet ist.


Ich halte nicht viel von so einer Art "vernünftelnden Glaubens" und irdisch menschlicher Logik - diese ist brüchig und unbeständig. Der wahre Glaube ist übernatürlich und übermenschlich:

Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Römer 8,16
Jeder echte Heilige hat dieses übernatürliches Zeugnis in seinem Geist und weiß, ob er gerettet ist und wird es wissen, wenn das nicht mehr der Fall ist und wird es wissen, wie weit die Betrübung des Heiligen Geistes fortgeschritten ist und ab wann es kein zurück mehr gibt.

Ich denke, daß die meisten Jesus-und Bibel-Bewunderer einfach nie neu geboren wurden. Römer 8,16 nicht kennen und sich deshalb per "Glaube allein" einen Ersatz für dieses Zeugnis des Heiligen Geistes ausdenken müssen, der aber letztlich nur auf Einbildung beruht. Das ist eine gefährliche Täuschung, welche, wie z.B. der Einbildung des Heils via Kindertaufe, zur Hölle führt.
Liebe2Liesel
 

Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon schween am Fr 29. Jun 2012, 21:43

teddy hat geschrieben:Ich kann keine logischen Fehlschlüsse entdecken.

Wenn man die Heilsgewissheit darüber definiert, dass man nicht abfallen kann, und dann rückfolgert: "Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und verloren geht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel kommen wird." dann ist das vielleicht kein logischer Fehlschluss, aber eine unbiblische Grundannahme, die dann zu einer falschen Schlussfolgerung führt. So meinte ich das. Das meinte ich auch mit "logisch" - ist sicher ein unpassender Begriff gewesen.

teddy hat geschrieben:Sie können doch nach ihrer Auslegung gar nicht sicher sein, dass sie nicht vom Glauben abfallen.

Richtig, deswegen ist es ja auch ein täglicher Kampf, um das Bleiben im Glauben (Apg 14,22; Kol 1,23 u.a.).
teddy hat geschrieben:Es gibt also Gläubige, nach ihrer Ansicht, die 100%ig sicher sein können, dass sie errettet sind, aber später werden sie unter Umständen abfallen und verloren gehen. Dann war die Sicherheit eine zeitweiliger Trugschluss!

Keineswegs, warum denn? Wer an das Evangelium glaubt, wird 100%ig gerettet (garantierte Aussage mit Bedingung). Wer im Glauben bleibt, wird dies verwirklichen. Wer sich vom Glauben abwendet, für den gilt die 100%ige Verheißung nicht mehr. So spricht Paulus auch von diesem Evangelium: "durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet" (1.Kor 15,2).

teddy hat geschrieben:Das Heil bezieht sich persönlich auf die einzelnen Menschen, die das Werk des Herrn angenommen haben!

Diesen wird es zugerechnet, es ist aber nicht unabhängig von der Person Jesu Christi. Die Bibel kennt kein "einmal bekehrt, immer bekehrt", sie redet vielmehr von "Bleibt in mir" (Joh 15,1ff), "wenn ihr überwindet" (Offb 2 und 3) etc. Die Ermahnungen der Lehrbriefe sind doch kein theoretisches Schauspiel, oder?
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon jesusfreak am Di 10. Jul 2012, 01:43

Mal abgesehen davon, dass man sich nicht mehr abwenden kann, der Heilige Geist ist und bleib da, gibt es keinen Grund "vom Glauben abzufallen" (komische Wortwahl, warum sagt man nicht "ungläubig zu werden" vielleicht stellt das die Absurdität der Sache zu deutlich dar?).

Es gibt ein Gleichnis mit Hund und Adler wobei der Hund der "alte Mensch" vor der Bekehrung ist und der Adler der "neue Mensch" nach der Bekehrung, beide sind mit einer Kette verbunden und unsterblich. Je nachdem welchen man nun mehr füttert, (Feiern, Parties, Hobbies für den Hund, Gott, Bibel Gebet für den Adler) wird Einer kräftiger als der Andere, irgendwann kann dann der Hund den Adler hinter sich her ziehen. Der Adler ist dann kraftlos, aber nicht tot. Das passiert auch mit einem Christen der "abfällt" dadurch wird er aber nicht ungläubig und verliert auch nicht sein Heil, er verliert höchstens das Ziel aus den Augen und daran ist meist sein Umfeld schuld.

David ist ein sehr schönes Beispiel dafür, Menschen die einem Christen die Heilsgewissheit mit solchen Aussagen rauben wollen, müssen David und seine Erwähnung in der Bibel hassen. Dieser Mann ist so oft vom Glauben "abgefallen" wie es vor und nach ihm kaum jemand geschafft hat und trotzdem ist er der Mann nach dem Herzen Gottes:

1.Könige 14,8
"du aber nicht gewesen bist wie mein Knecht David, der meine Gebote beobachtet hat und mir nachgefolgt ist mit seinem ganzen Herzen, daß er nur tat, was recht ist in meinen Augen;"
und Apg.13,22
"Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: "Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird"."

Lot ist auch noch ein Beispiel, er wird auch "gerecht" genannt (2.Petrus 2,6-7).

Man sollte auch stark unterscheiden ob sich ein Christ von einer bestimmten Gruppierung abwendet oder wirklich von Gott, da herrscht ein signifikanter Unterschied und wird leider trotzdem zu oft gleich gesetzt...
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon Tobias am Di 10. Jul 2012, 16:25

jesusfreak hat geschrieben:Mal abgesehen davon, dass man sich nicht mehr abwenden kann, der Heilige Geist ist und bleib da, gibt es keinen Grund "vom Glauben abzufallen" (komische Wortwahl, warum sagt man nicht "ungläubig zu werden" vielleicht stellt das die Absurdität der Sache zu deutlich dar?).

Das ist durchaus nicht absurd. Ich erinnere nur an den Fall des früheren Hypercalvinisten Manuel, der sich 2009 auch an diesem Forum mit mehreren Beiträgen beteiligt hat. Auf seiner damaligen Internetseite http://www.ausserhalbdeslagers.de veröffentlichte er 2007 ein Glaubensbekenntnis, das mit folgenden Worten begann:

Wir sind Kinder Gottes, die an das wahre Evangelium glauben dürfen: An die Frohe Botschaft von der rettenden Gerechtigkeit Gottes, die in dem Werk und der Person des Herrn Jesus Christus offenbart wird. Wir möchten mit allen wahren Gläubigen gemeinsam den Weg Gottes in der Einheit des Geistes und des Glaubens gehen und mit ihnen nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden streben.
   Wir formulieren dieses Bekenntnis, um gegenüber Außenstehenden allezeit zur Rechenschaft über den Inhalt unseres Glaubens bereit zu sein. Dieser kostbare Glaube ist in der Heiligen Schrift ein für allemal abschließend und vollständig geoffenbart. Doch ist es die Aufgabe und Verantwortung der Gemeinde, ihn auszuschöpfen, weiterzutragen, zu verteidigen und zu bewahren.

Ende 2011 schrieb er dann jedoch Folgendes:

Bereits im Juli 2010 begann ich damit, meine langjährig gepflegten Überzeugungen und liebgewonnenen Gewißheiten in Frage zu stellen. Dies war kein einfacher Schritt, nachdem ich zwölf Jahre lang überzeugter Christ war. Neun Jahre meines Lebens widmete ich vollständig dem Dienst an der von mir angenommenen „absoluten Wahrheit“, indem ich einige Jahre Theologie studierte und sieben Jahre lang einer kleinen und unabhängigen christlichen Gemeinde als Prediger diente. Ich hielt in dieser Zeit mehr als 700 Predigten, veröffentlichte zahlreiche theologische Essays, gab ein Buch heraus, betätigte mich drei Jahre lang als Radiomissionar und schrieb hunderte von Emails, Briefen und anderen Texten in apologetischer und/oder missionarischer Absicht. Ich kann also mit Recht sagen, daß ich mich mit großem Eifer dem Dienst an der „Frohen Botschaft“, wie ich sie damals verstand, gewidmet habe.
   Meine Überlegungen führten mich jedoch mehr und mehr von der christlichen Weltanschauung weg. Im Januar 2011 gelangte ich an einen Punkt, an dem ich mich weder guten Gewissens weiter als Christ bezeichnen konnte noch dies mehr gewollt hätte. Es ist wohl begreiflich, daß ich lange Zeit zögerte, die Ergebnisse meiner Überlegungen öffentlich zu machen, da ich meiner neugewonnenen Überzeugung hinreichend gewiß werden wollte. Der richtige Zeitpunkt ist nun gekommen:
   Ich gebe heute mittels dieses offenen Briefes bekannt, daß ich mich vollständig und endgültig von der christlichen Weltanschauung getrennt habe. Ich fühle mich weder der christlichen Ethik noch den metaphysischen Dogmen des Christentums mehr verbunden. Zugespitzter formuliert: Ich bin kein Christ mehr.
   [...]
   Auch, wenn ich meine Meinung in den allermeisten Punkten geändert habe, so kann ich doch sagen, daß ich im Rahmen meiner früheren Weltanschauung stets folgerichtig und logisch konsequent gehandelt habe. Daher habe ich mich für nichts zu entschuldigen. Ich habe das Christentum auch nicht aus persönlicher Enttäuschung verlassen, sondern einzig und allein, weil die Argumente für diesen Glauben nach nüchterner Abwägung aus meiner Sicht nicht mehr hinreichten. Der Apostel Paulus schreibt in 1. Korinther 13, 11: „Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war.“ Dieser Satz drückt auch mein heutiges Verhältnis zu meinem früheren Glauben aus: Ich brauchte ihn ein Stück meines Weges lang, um letztendlich aus ihm herauszuwachsen und eine viel schönere, viel umfassendere, viel reifere und begeisternde Weltsicht zu finden [...]

Hier ist doch ganz offensichtlich jemand "vom Glauben abgefallen", oder?

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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon jesusfreak am Di 10. Jul 2012, 18:15

Weißt du, dieser Mann redet mir aus dem Herzen, an diesem Punkt war ich vor einigen Jahren ebenfalls. Ich war meine Glauben leid, ich wollte mir nicht mehr vorschreiben lassen was ich zu tun habe und was nicht. Ich habe es gehasst nach dem fanatischen Willen Gottes zu folgen der mir nur durch alte "Brüder" übermittelt wurde. Spaß an meinem Glauben hatte ich bis zu diesem Punkt nie, es war ein ständiges Bekehren, Buße tun, um mein Heil bangen und verstecken.
Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass Jesus, der für mich am Kreuz gestorben ist, der mich angeblich liebt, solch ein Leben von mir verlangt und ich habe mich dann zum ersten mal in meinem Leben aktiv mit der Bibel beschäftigt (2 mal hatte ich sie schon vorher durchgelesen, allerdings passiv, als Dienst um Punkte für den Himmel zu bekommen da ich den Willen Gottes nicht erkennen kann, das ist Aufgabe der Ältesten) und ich habe für mich erkannt, das Jesus mir das nicht verbietet, ich kann Christ sein und mich trotzdem ausleben. Das habe ich dann gemacht, ich ging auf Parties, habe mit zwielichtigen Gestalten Umgang getrieben, Drogen probiert etc. etc. Trotzdem habe ich weiter in der Bibel gelesen und mich mit Gottes Wort beschäftigt und irgendwann wollte ich das alles nicht mehr, jedoch freiwillig, nicht weil mir ein Syndikat das alles verbietet. Ich habe meinen "Freunden" gesagt was los ist und es wurde ohne Schmunzeln oder Bewertung akzeptiert. Ich würde heute nie einen Christen der all das tut verurteilen noch bewerten, das steht mir nicht zu und ich weiß, dass er genauso gerettet sein kann wie ich. Es ist sein Leben und er muss es vor Gott rechtfertigen, nicht ich und wenn er glaubt das zu können ist das in Ordnung.
Allerdings glaube ich auch, dass die Leute die mir meinen Glauben so lange Jahre verwährt haben sich ebenfalls genau dafür rechtfertigen müssen. Wer das Wort Gottes zum Machtmissbrauch verdreht, sei es Kirche oder Bruder, begeht ebenfalls eine Sünde, wie ein Mörder, denn es ist Glaubensmord.
Übrigens bin ich den Brüdern die mich verabscheuen und mich mit Drohen abhalten wollten mir eigene Gedanken um den Glauben zu machen, sehr dankbar, ohne sie hätte ich nicht ein so erfülltest und glückliches Glaubensleben mit meiner Frau.

Ich brauchte ihn ein Stück meines Weges lang, um letztendlich aus ihm herauszuwachsen und eine viel schönere, viel umfassendere, viel reifere und begeisternde Weltsicht zu finden


Dieser kleine Satz sagt mir, dass sein Problem das gleiche ist wie es meins war. Und er hat sich nicht von einem Glauben abgewendet der die Liebe Gottes predigt sondern dem Glauben Sekte die die Bibel verdreht und seine Schäfchen bei der Stange zu halten. So sehr unterscheidet sich der calvinistische Gemeindeapparat nicht von dem z.B. der exklusiven Brüder (alte Versammlung).
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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon Tobias am Di 10. Jul 2012, 18:31

jesusfreak hat geschrieben:Und er hat sich nicht von einem Glauben abgewendet der die Liebe Gottes predigt sondern dem Glauben Sekte die die Bibel verdreht und seine Schäfchen bei der Stange zu halten. So sehr unterscheidet sich der calvinistische Gemeindeapparat nicht von dem z.B. der exklusiven Brüder (alte Versammlung).

Vielleicht hätte ich doch lieber den ganzen Text zitieren sollen, dann hättest du gemerkt, dass er sich sehr wohl vom Glauben als solchem abgewendet hat (aber auch oben sagt er ja schon ganz klar: "Ich bin kein Christ mehr"). Hier noch mal ein paar Kostproben:

Manuel hat geschrieben:
I. Vielfalt statt Monotonie
Den Monotheismus mit seinem unweigerlichen unduldsamen Absolutheitsanspruch und der damit einhergehenden Monotonie habe ich für mich persönlich überwunden. An seiner Stelle sympathisiere ich nun mit polytheistischen und henotheistischen Auffassungen, die dem Numinosen in allen seinen Erscheinungsformen Wertschätzung und Respekt erweisen. [...]

V. Ethik der Wehrhaftigkeit statt der Schwäche
Das Christentum vertritt eine Ethik der Schwäche, die beispielsweise dazu auffordert, dem Feind nicht zu widerstehen, sondern ihm gar noch die andere Wange hinzuhalten. Viel plausibler erscheint mir aber eine Ethik der Wehrhaftigkeit, die vor dem Kampf, der notwendigerweise zum Leben dazugehört, nicht furchtsam zurückweicht, sondern es nachgerade als ethische Pflicht postuliert, dem Feind zu widerstehen und ihn zu bekämpfen, damit er daran gehindert wird, noch anderen Schaden zuzufügen. Somit fühle ich mich dem Geist und insbesondere dem Tugendbegriff der Antike und des indoeuropäischen Heidentums verpflichtet.

VIII. Naturalismus statt Idealismus
Der christlichen Weltanschauung wohnt der idealistische Irrtum inne, daß der Geist inhaltlich und an Bedeutung der Materie vorausgehe und ihm die eigentliche Bedeutsamkeit zukomme. Hier ist besonders die im Christentum allgemein verbreitete Vorstellung einer unsterblichen Seele zu nennen, die auch nach dem Tod vom Körper getrennt existiere. [...] Mit dem Tod stellt das menschliche Bewußtsein jedoch seine Tätigkeit ein. Es gibt nichts, was die fortdauernde Existenz einer körperlosen Seele notwendig oder auch nur wahrscheinlich machen würde.

Das klingt nach etwas mehr als nur nach einem Abschied vom "calvinistischen Gemeindeapparat", oder?

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Re: Kann ein Christ sein Heil verlieren?

Beitragvon teddy am Di 10. Jul 2012, 20:15

jesusfreak hat geschrieben:... und ich habe für mich erkannt, das Jesus mir das nicht verbietet, ich kann Christ sein und mich trotzdem ausleben. Das habe ich dann gemacht, ich ging auf Parties, habe mit zwielichtigen Gestalten Umgang getrieben, Drogen probiert etc. etc. Trotzdem habe ich weiter in der Bibel gelesen und mich mit Gottes Wort beschäftigt und irgendwann wollte ich das alles nicht mehr, jedoch freiwillig, nicht weil mir ein Syndikat das alles verbietet. Ich habe meinen "Freunden" gesagt was los ist und es wurde ohne Schmunzeln oder Bewertung akzeptiert.

Du hast also die Welt lieb gewonnen! Dann hast du erkannt, dass auch das keine richtige Freude bringt! Anscheinend waren das schon irgendwie Freunde im allgemeinen Sinn, wenn sie nicht gelästert haben über dich. Oder du bist ihnen egal und sie sagen, aus den Augen - aus dem Sinn.
Hatte das "Syndikat" vielleicht teilweise recht?
jesusfreak hat geschrieben:Ich würde heute nie einen Christen der all das tut verurteilen noch bewerten, das steht mir nicht zu und ich weiß, dass er genauso gerettet sein kann wie ich. Es ist sein Leben und er muss es vor Gott rechtfertigen, nicht ich und wenn er glaubt das zu können ist das in Ordnung.

Ein Christ der Drogen nimmt und mit zwielichtigen Gestalten Umgang hat, ohne sie zu missionieren, lebt wohl falsch bzw. sündig. Es ist die Aufgabe eines "Bruders" / einer "Schwester" ihn darauf hinzuweisen. Es ist keineswegs in Ordnung !!!
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