"Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

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"Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon Rüdiger am Fr 28. Jun 2013, 20:22

Eine Doppelrezension in einer Publikation der Brüderbewegung bewertet ein Buch von Papst Benedikt XVI. besser als ein Buch von Wolfgang Bühne zum selben Thema Gebet. Gibt es einen neuen pro-katholischen Trend in der Brüderbewegung?
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Wie weit die ökumenische Verblendung schon bis in die Reihen ehemals bibeltreuer Christen vorgedrungen ist, mag die Tatsache veranschaulichen, daß in der letzten Ausgabe des Magazins ZEIT & SCHRIFT 2/2013, das von ehemals exklusiven Vertretern der Brüderbewegung herausgegeben wird, gleich zweimal Bücher des Papstes Ratzinger als geistliche Autorität angeführt werden.
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So spricht der HERR: Tretet auf die Wege, und sehet und fraget nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln. (Jeremia 6,16)
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon asderrix am Fr 28. Jun 2013, 21:28

Rüdiger hat geschrieben:Eine Doppelrezension in einer Publikation der Brüderbewegung bewertet ein Buch von Papst Benedikt XVI. besser als ein Buch von Wolfgang Bühne zum selben Thema Gebet. Gibt es einen neuen pro-katholischen Trend in der Brüderbewegung?

Vielen Dank für den Hinweis auf die lesenswerte Dokumentation Zeit&Schrift, kannte ich bisher noch nicht.
Es ist sehr wohltuend, die sachliche Auseinandersetzung mit beiden Büchern zu lesen.
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon schneid9 am So 30. Jun 2013, 15:42

Als Mitherausgeber von Zeit & Schrift habe ich zu Hans-Werner Deppes Kritik am 14.6. wie folgt Stellung genommen:

Lieber Hans-Werner,

deinen o.g. Kommentar habe ich mit Interesse gelesen. Zum Inhalt der beiden rezensierten Bücher kann ich weiter nichts sagen, da ich sie selbst nicht gelesen habe, aber das ist bei Rezensionen, die in Z & S erscheinen, eher die Regel als die Ausnahme - wir verlassen uns hier auf das Urteilsvermögen unserer Autoren, ohne uns notwendigerweise mit jeder einzelnen Aussage zu identifizieren (vgl. das Impressum). Im vorliegenden Fall erschien uns aufgrund unserer Kenntnis anderer Publikationen Wolfgang Bühnes und Joseph Ratzingers das Urteil des Rezensenten insgesamt nachvollziehbar.

Zwei Fragen bedürfen jedoch der Klärung bzw. Richtigstellung:

1. Ist die Rezension repräsentativ für einen neuen prokatholischen Trend in der Brüderbewegung?
2. Muss man Ratzingers Bücher grundsätzlich ablehnen, weil der Verfasser katholisch ist?

Frage 1 kann rundweg verneint werden. Der Rezensent Ulrich Müller gehört seit fast 20 Jahren keiner Brüdergemeinde mehr an (er ist - nach etlichen Jahren FeG - heute Baptist), daher kann aus seiner persönlichen Meinung sicher kein allgemeiner Trend der Brüderbewegung abgeleitet werden (und Wolfgang Bühne ist für ihn auch kein "Autor aus den eigenen Reihen"). Man könnte allenfalls uns als Redaktion vorwerfen, diese Rezension überhaupt abgedruckt zu haben. Aber auch das würde die Unterstellung eines "neuen prokatholischen Trends" nicht rechtfertigen, denn die Rezension entstand nicht auf unsere Initiative (etwa weil wir einmal etwas Positives über Ratzinger oder den Katholizismus bringen wollten), sondern war Ulrich Müllers eigene Idee. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, sie abzudrucken, weil wir sie mit den Zielen von Z & S grundsätzlich für vereinbar hielten. Und das bringt mich zur 2. Frage:

Es liegt uns völlig fern, Werbung für die katholische Kirche zu machen, katholische Sonderlehren zu propagieren oder das Papstamt zu rechtfertigen. Wir sind aber nicht der Meinung, dass man von Ratzinger als Theologen grundsätzlich nichts lernen könnte. Seine Jesus-Trilogie etwa ist ja sogar von überzeugten "AV-Brüdern" hoch gelobt worden; vielleicht hast du die Rezension von [...] in Tychikus und Apollos vom 15.12.2012 gelesen, die zu dem Schluss kam, dass wir Ratzinger wahrscheinlich im Himmel wiedersehen werden. Auch mein Herausgeberkollege [...] hat die Trilogie gelesen und ist zum selben Schluss gekommen. Gerade in der Frage, ob Katholiken wiedergeboren sein können, sind die "Brüder" wahrscheinlich schon immer weniger exklusiv gewesen als ihr neuen Reformierten; ein Vertreter der extrem exklusiven "Raven-Brüder" hat beispielsweise einmal zu mir gesagt, dass die zahlenmäßig größte Gruppe von Gläubigen sich heute wohl in der katholischen Kirche befinde! Vielleicht ist der "neue Trend" also gar nicht unser angeblicher Prokatholizismus, sondern euer radikaler Antikatholizismus? Mich persönlich hat, was das Seelenheil von Katholiken angeht, der ausgewogene Standpunkt des gemäßigten Calvinisten C. Michael Patton sehr überzeugt (dessen Blog ich überhaupt nur empfehlen kann):

Are Roman Catholics Saved?
Does the Roman Catholic Gospel Save? or “Getting the Gospel ‘Righter’”

Kurz und gut: Die unbiblischen Sonder- und Irrlehren der katholischen Kirche lehnen wir genauso ab wie ihr, aber das bedeutet für uns nicht, dass in den Büchern eines katholischen Autors nicht auch biblisch Richtiges zu finden sein kann. "Prüft alles, das Gute haltet fest!" (1Thess 5,21). Konkret auf die Rezension bezogen: Es ist nicht das Ziel von Z & S, Ratzingers Bücher pauschal und offensiv zu propagieren, aber wir sahen auch keinen Grund, der positiven Rezension eines einzelnen Buches den Abdruck zu verweigern.

Auf Rudolf Ebertshäusers Angriffe zu antworten dürfte sich erübrigen - in einer ähnlichen Angelegenheit vor drei Jahren hatte ich es noch versucht, musste aber die völlige Sinnlosigkeit solcher Bemühungen erkennen (was durch die aktuellen Auseinandersetzungen um sein Buch Zerstörerisches Wachstum nur bestätigt wird). Wenn man sieht, wer auf seiner Website inzwischen alles attackiert wird, weiß man sich in ganz guter Gesellschaft; da wäre es geradezu enttäuschend, nicht von ihm angegriffen zu werden.
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon Robert am So 30. Jun 2013, 20:29

Schon interessant, wen man so im Himmel vermutet.
In meiner Bibel steht, daß KEIN GÖTZENDIENER in den Himmel kommt.
Also KEIN MARIENANBETER.

Hat sich daran was geändert? Hat der Papst ( der ehemalige ) Buße über diesen Götzendienst getan und ich habe das verpasst? :o
Liebe Grüße Robert
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon schneid9 am Mo 1. Jul 2013, 14:27

Nach katholischem Verständnis wird Maria nicht angebetet, sondern es werden nur Fürbitten an sie gerichtet (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Abs. 969-971, 2675-2679). Auch das entbehrt natürlich jeder biblischen Grundlage, aber in den Himmel kommt man ja nicht durch ein richtiges Verständnis über Maria, sondern durch Glauben an das Erlösungswerk des Herrn Jesus. Ich übersetze dazu mal einen Abschnitt aus dem oben verlinkten Blogeintrag von C. Michael Patton:

Vollkommene Lehre rettet niemanden. Hinreichende Lehre ist ein Anzeichen dafür, dass jemand gerettet ist. Ich glaube zutiefst daran, dass die Rechtfertigung allein durch Glauben geschieht (sola fide), aber ich denke nicht, dass die Rechtfertigung durch den Glauben an die Rechtfertigung allein durch Glauben geschieht. Anders ausgedrückt: Im Himmel wird niemand sein, der etwas zu seiner Rechtfertigung beigetragen hat. Einige werden in den Himmel kommen und erkennen, wie radikal die Gnade in Wirklichkeit war. Tatsächlich denke ich, dass alle Christen von der Gnade überwältigt sein werden. Der Prozess der Heiligung kann in gewisser Weise wie folgt zusammengefasst werden: die fortschreitende Erkenntnis, dass Gnade (unverdiente Gunst) unsere einzige Hoffnung ist. Ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns das wirklich begreift. Deshalb werden sowohl Protestanten als auch Katholiken in dem Bewusstsein und dem Vertrauen vor Gott stehen, dass ihre Werke nichts mit ihrem nunmehrigen Zustand ewiger Glückseligkeit zu tun hatten. Katholiken werden meiner Meinung nach mehr dazulernen müssen als Protestanten, aber wir alle werden davon überwältigt sein, was Gnade wirklich ist. Die meisten Katholiken werden plötzlich erkennen, dass es in Wirklichkeit allein ihr Glaube an Christus war, der sie gerettet hat (Eph 2,8.9).
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon kleiner am Mo 1. Jul 2013, 16:45

Es gibt viele Gläubige die nicht wiedergeboren sind und die kommen auch nicht in den Himmel. So einfach ist das. Wie viele Katholiken wirklich wiedergeboren sind, kann keiner sagen, ober nun Raven- Bruder oder sonst wer.

Die Papstbücher "Jesus von Nazareth" haben nicht die Überzeugung in mir geweckt, der Papst wäre ein wiedergeborener Christ. Zweifellos ist er ein sehr guter Kenner der Bibel. Wer jedoch diese Bücher lobend erwähnt, der ignoriert einfach die vielen bösen Irrlehren Ratzingers, z.B. über die Taufe, Kirche, Wiedergeburt, Abendmahl., Kindschaft u.v.m. Und diese Irrlehren widersprechen einem aus Gottes Geist gegebenen Glauben. Die Dinge, die nicht falsch sind, können auch unbekehrte, d.h. nicht wiedergeborene, Menschen schreiben.

Das einerseits Ulrich Müller die Bücher so lobend erwähnt und die Herausgeber von Zeit @ Schrift das veröffentlichen erstaunt nicht. Der Leser dieses Mediums wird nicht auf grüne Weiden geführt, sondern in dürre Gefilde.
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon schneid9 am Fr 19. Jul 2013, 15:33

Roland Odenwald, der auf seiner Internetseite www.hauszellengemeinde.de regelmäßig Artikel aus fremden Quellen zusammenmontiert und dann als seine eigenen ausgibt*, hat sich auch der Ratzinger-Rezension angenommen. Als Hauptquelle dient ihm dabei der Kommentar von Hans-Werner Deppe, den er im zweiten Teil "seines" Artikels über weite Strecken plagiiert.** Im ersten Teil unterläuft ihm allerdings ein peinlicher Fehler. Um zu beweisen, dass das Brüdertum schon immer dem Katholizismus nahestand, führt er die Kontakte zwischen den frühen "Brüdern" und den "Katholisch-apostolischen Gemeinden" (Irvingianern) um 1830 an. Abgesehen davon, dass aus diesen über 180 Jahre zurückliegenden, nahezu vergessenen Ereignissen kaum noch auf eine heutige Nähe geschlossen werden kann, offenbart sich hier eine frappierende kirchengeschichtliche Unkenntnis. Die "Katholisch-apostolischen Gemeinden" haben nämlich trotz ihres Namens überhaupt nichts mit der römisch-katholischen Kirche zu tun, sondern sie verwendeten das Wort "katholisch" im Sinne von "allgemein", "ökumenisch"; die meisten ihrer frühen Amtsträger stammten aus der anglikanischen und der presbyterianischen Kirche Schottlands. Damit fällt die erste Hälfte von Odenwalds "Argumentation" komplett in sich zusammen. Der Rest enthält, wie gesagt, nichts Originelles mehr, sondern fast nur noch Deppe-Zitate (trotzdem steht oben drüber "Geschrieben von Roland Odenwald"* - vielleicht sollte man für dieses Verfahren analog zu "guttenbergen" das Verb "odenwalden" einführen: ich odenwalde, ich odenwaldete, ich habe geodenwaldet, ich werde odenwalden usw.**).

Nachträge:
* Wie Roland Odenwald mir schrieb, wird die Wendung "Geschrieben von Roland Odenwald" (bzw. neuerdings "Written by Roland Odenwald") automatisch von Joomla eingesetzt, und er hat noch keine Möglichkeit gefunden, sie zu löschen. Ich denke, wenn technische Beschränkungen der Software derart irreführende Ergebnisse zur Folge haben, ist die Software schlichtweg unbrauchbar.
** Auf meine Kritik hin hat Roland Odenwald inzwischen einige Anführungszeichen und zwei Quellenhinweise in den Text eingebaut, sodass zumindest dieser Artikel nicht mehr im eigentlichen Sinne "geodenwaldet" ist.
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon kleiner am Sa 20. Jul 2013, 09:58

schneid9 hat geschrieben:Roland Odenwald, der auf seiner Internetseite www.hauszellengemeinde.de regelmäßig Artikel aus fremden Quellen zusammenmontiert und dann als seine eigenen ausgibt,

Diese Seite und besonders sein Forum darf man getrost unter der Rubrik "Sondermülldeponie für christliche Internetauftritte" ansehen. Man findet dort sehr komprimiert fast alles an Irr- und Falschlehren, was die neoprotestantische Christenheit zu bieten hat.
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon Liebe2Liesel am Sa 20. Jul 2013, 10:47

Das Brüdertum befindet sich schon seit seiner Gründung durch den Irrlehrer Darby im Abfall. Ist alles nur eine Frage der Zeit, bis die irdischen darbystischen Traditionen (wohlgemerkt nicht geistliche Werke) vollends brechen. Eine zeitlang überlebt auch eine tote Institution durch sein traditionelles Erbe. Geistlichen Grund hat das freilich nicht. Faktisch zerstört sich der Darbysmus durch allerlei Irrlehren (Unverlierbarkeit des Heils) selbst. Wobei man sagen kann, daß Menschen die lange Zeit solche Lehren folgen, nicht wiedergeboren sein können und ein anderes Evangelium glauben. Letztlich geht geistlich gesehen da nicht mal wirklich etwas kaputt. Propagandistisch gesehen wackelt nun das selbst etikettierte "Bibeltreu" doch schon recht arg :-) Die Darbysten scheinen wohl so bibeltreu wie der Papst selbst zu sein.
Daß Kritik von einem Geistertäufer (Odenwald) kommt, sollte nicht verkennen, daß die Bibel selbst die darbystischen Irrlehren widerlegt.
Ein Irrlehrer kritisiert den anderen...
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Re: "Brüder"-Zeitschrift wirbt für Ratzinger-Buch

Beitragvon kleiner am Sa 20. Jul 2013, 19:59

Liebe2Liesel hat geschrieben:Wobei man sagen kann, daß Menschen die lange Zeit solche Lehren folgen, nicht wiedergeboren sein können und ein anderes Evangelium glauben.

Was du so alles in die Welt setzt kann man nur als geistlichen Kretinismus bezeichnen. Bestimmt wirst Du der einzige Mensch im Himmel sein.
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